Thermomix TM 31 – Maultaschen – die „Herrgotts´bscheißerle“

Angeblich wurden die Maultaschen oder „Herrgotts´bscheißerle“, wie sie auch genannt werden, von Mönchen aus Maulbronn erfunden. Diese suchten einen Weg, wie sie in der Fastenzeit (Fleischverbot) trotzdem Fleisch essen konnten.
Deshalb wurde das Fleisch fein gehackt, zwischen „Grünzeug“ (Spinat, Kräuter, Petersilie, etc.) versteckt und noch in Nudelteig eingepackt. So wollten sie verhindern, daß Gott Ihnen auf die Schliche kam.

Daher gibt es die Maultaschen, hier im Schwäbischen, traditionell am Karfreitag.

Inzwischen schmecken uns die Maultaschen aber das ganze Jahr über und nicht nur im „Schwoba-Ländle“ sondern in ganz Deutschland und noch darüber hinaus.

Da das Maultaschen machen doch etwas Zeit in Anspruch nimmt, mache ich immer eine ganze „Wagenladung“ auf einmal. Sollte euch das zu viel sein, einfach das Rezept halbieren oder dritteln. Funktioniert ebensogut.

Maultaschen (Rezept nach Tante Liesel) für ca. 120 Stück

1,5 bis 2 kg fertigen Nudelteig     oder

Nudelteig (3x das Rezept herstellen) (aus dem Rezeptheft Teigtaschen, Pesto, Soßen, Nudelteige &
                                                                      mehr vom www.onlineversand-hobbykoch.de)

300g Hartweizengries
100g Mehl
4 Eier, Gr. M
1 TL Salz

Füllung:

1 kg Brät oder Fleischkäsbrät (ich nehme immer den groben)
1 kg Rinderhackfleisch
200g Schinkenspeckwürfel
700g Schinkenwurst, 2 Stck. á 350g

4 Bd. Petersilie oder 1 Glas getrocknete
2 große Zwiebeln oder 3 normale
1 kg Blattspinat, frisch oder TK

2 EL Öl oder 50g Butter
8 altbackene Brötchen
6 Eier, Gr. M
1 TL Salz, Pfeffer, Muskat

2 große Schüsseln

Zubereitung:

Nudelteig herstellen und rasten lassen. Oder den fertigen aus dem Kühlschrank holen.

Zwiebel klein hacken (TM: 3 Sek./Stufe 5).
Spinat auftauen und ausdrücken oder frischen Spinat waschen, in breite Streifen schneiden und zusammen mit der Zwiebel andünsten (ggf. mit einem Schluck Wasser), zusammen fallen lassen, abtropfen und ausdrücken.
Brötchen in grobe Würfel schneiden und mit heißem, kochendem Wasser übergießen, durchziehen lassen und ebenfalls ausdrücken.

Schinkenwurst und Speckwürfel klein hacken oder durch den Fleischwolf drehen (TM: 7-9 Sek./Stufe 5).
Petersilie fein schneiden oder im TM zusammen mit der Wurst klein hacken.

Spinat zu der Brötchenmasse geben.
Wurst und Petersilie, ebenso wie Hackfleisch und Fleischkäsebrät, Eier und die Gewürze, dazu geben.
Dann mit den Händen alles SEHR gut miteinander vermischen und und walken, bis eine zusammen hängende, homogene Masse entstanden ist.

Nudelteig bis zur gewünschten Dicke ausrollen, auf der Arbeitsfläche ausbreiten und die Füllmasse darauf verteilen.
Am besten funktioniert das mit Hilfe eines Spritzbeutels. es geht aber auch mit einem Löffel.

Nudelteig auf einer Seite mit Wasser befeuchten und die andere Seite zuerst über der Füllung zusammen schlagen, dann die befeuchtete Seite fest andrücken. Ruhig etwas flach drücken.

Dann mit einem scharfen Messer in Stücke von der gewünschte Größe schneiden.

Salzwasser oder Brühe in einem großen Topf zum kochen bringen, die Maultaschen in Portionen hinein geben. Sobald diese an die Wasseroberfläche steigen, den Herd zurück drehen und ca. 5 – 10 Min. gar ziehen (nicht kochen) lassen. Hängt von der Art und Dicke des verwendeten Teiges ab. Am Anfang einfach ausprobieren, wie lange die Maultaschen brauchen.

Sobald diese gar sind, mit einem Sieblöffel aus dem Wasser fischen und abtropfen lassen.
Warm halten wenn diese gleich gegessen werden sollen oder komplett auskühlen lassen zum einfrieren.

Am besten in der Brühe oder geschmelzt und mit einem schwäbischen Kartoffelsalat servieren.

TIPP / Nachsatz: Die rohen Maultaschen nicht abgedeckt längere Zeit stehen lassen, da die Füllung sonst den Nudelteig so sehr aufweicht, daß dieser überall hängen bleibt und die Maultaschen dann ganz zerfetzt aussehen (ist mir leider passiert). Man kann diese aber trotzdem noch abkochen und essen. Ist dann halt nichts mehr zum vorzeigen ;-(  .

Guten Appetit!!